NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteArtenschutz Nutzung eines Trafoturmes
NABU Samtgemeinde Nenndorf nutzt Trafoturm für Artenschutz
Ein bestehender nicht mehr genutzter Trafoturm am Alten Schwimmbad in Horsten, soll nun der Schleiereule als neues Wohnquartier dienen. In einer gemeinsamen Aktion brachten Rolf Bostelmann, Fritz Borcherding, Wilhelm Peters, Reinhard Seegers von Bargen und Torben Preuß vom NABU einen Schleiereulenkasten in den nicht mehr genutzten Trafoturm an.
Aufgrund der Höhe musste kurzerhand eine Leiter besorgt werden, welche sich spontan bei der Firma Seifert, welche in naher Umgebung befindet, ausgeliehen werden konnte.Die Schleiereule wählt ihre Brutplätze in der Nähe menschlicher Siedlungen. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für uns, um diese in unmittelbarer Nähe des Menschen brütende, dennoch aber empfindliche Vogelart, zu erhalten. Die Kombination von geeigneten Brutplätzen und günstigem Jagdgebiet ist für die Auswahl eines passenden Lebensraums ausschlaggebend. Einzeln stehende, exponierte Gebäude (z.B. Kirchtürme und Scheunen) werden als Brutplatz bevorzugt. Zur Jagd sucht die Schleiereule offenes Gelände auf, wie beispielsweise am Rand von Siedlungen oder entlang von Straßen und Wegen. Die Schleiereule ist in hohem Maße von Bewirtschaftungsformen in der Agrarlandschaft abhängig, mit denen Kleinsäugerbestände in engerem Zusammenhang stehen. Die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Anwendung von Rodentiziden (Pestizide gegen Nagetiere) lässt zunehmende Gefährdungen befürchten. In der Vergangenheit sind Brutplätze oftmals durch Abbruch, oder im Zuge von Sanierungsmaßnahmen an Kirchen, Scheunen und Dächern verloren gegangen.
Eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit reduzierter Ausbringung an Bioziden ist die Grundvoraussetzung für eine stabile Schleiereulen-Population. Sie käme gleichzeitig vielen anderen Arten der offenen Feldflur zugute. Das Anbieten von Nisthilfen kann sich ebenfalls positiv auswirken, wo geeignete Brutplätze rar sind. Durch Kooperation mit Landwirten (Brutplätze in Scheunen, Ställen) wie auch mit den Kirchen (zugänglich machen von Kirchtürmen) ist Schleiereulenschutz vor Ort schon mit einfachen Mitteln machbar.
Eine weitere Idee zur Nutzung des Trafoturmes ist laut des 1.Vorsitzenden Preuß, die Fassade mit Lärchenbretter zu verkleiden, wodurch sich im neuen Wandbehang Fledermaussommerquartiere ergeben würden. Eine Vielzahl von Insekten würde in dieser Wand ebenfalls eine neue Heimat finden. Dieses „Tierhotel“ wäre eine Bereicherung zur Erhaltung der biologischen Artenvielfalt und –Erweiterung, so Preuß. Um dieses Projekt zu realisieren fehlen derzeit noch die finanziellen Mittel und der NABU hofft auf die Unterstützung durch Unternehmen oder Geschäftsleuten aus und um Bad Nenndorf.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteArtenschutz Schleiereulen
„Hedwig“ lässt die Hüllen fallen
NABU ermöglicht Einblick in das verborgene Leben der Schleiereulen
Nach den filmischen Abenteuern des kleinen Romanhelden Harry Potter und seiner weisen Eule „Hedwig“, ist auch in Bad Nenndorf durch den NABU Samtgemeinde Nenndorf die Möglichkeit gegeben worden, Einblicke in das verborgene Leben dieses geheimnisvollen Vogels zu bekommen. Durch den Reinsdorfer Wilhelm Peters, welcher seit über 20 Jahren die Schaumburger Eulen begleitet, konnten die Besucher des Vortrages im Hause Kassel viel über die Europäischen, sowie über die Schaumburger Eulen erfahren. Die Schleiereule ist eine helle, schlanke Eule mit relativ langen Flügeln, kurzem Schwanz und kleinen dunklen Augen. Ihren Namen verdankt sie wohl ihrem auffallend herzförmigen, weißen Gesicht, das einem Schleier ähnelt und ihr ein fast mystisches Aussehen verleiht. Als nacht- und dämmerungsaktives Tier sieht man die Schleiereule tagsüber kaum fliegen. Da sie aufgrund ihrer Federstruktur lautlos durch die Nacht gleitet, dürfte sie schon dem einen oder anderen nächtlichen Spaziergänger einen gehörigen Schrecken eingejagt haben. Oft zeugt nur ihr langanhaltendes schnarchendes Gekreisch und ihr zischender, kläffender Ruf, der durch den dunklen Wald hallt, von ihrer Anwesenheit.Als Kosmopolitin findet man die Eule über den ganzen Erdball verstreut. Tyto alba, wie der Vogel wissenschaftlich genannt wird, ist ein typischer Kulturfolger: im offenen Kulturland macht sich die eifrige Eule auf die Jagd nach Mäusen und Spitzmäusen. Deshalb war sie in früheren Zeiten bei den Bauern ein gern gesehener Gast, sorgte sie doch dafür, dass ihnen die Mäuse nicht „über die Ohren wuchsen“. Da die Eier auf Dachböden, in Taubenschlägen, Ruinen, alten Scheunen und Maschinenhallen, ja mitunter sogar auf Glockenböden in alten Dorfkirchen abgelegt werden, zählt die Eule auch heute noch zu den nächsten „Nachbarn“ des Menschen.
Der Jahresvogel und Teilzieher, dessen nördlichste Ausdehnungsgrenze in unseren gemäßigten Breiten liegt, ist ein im Tiefland zwar verbreiteter, aber nirgends häufiger und gebietsweise sogar sehr gefährdeter Vogel, dessen Bestand vor allem nach harten Wintern sehr stark zurückgeht. „In frostigen Schneewintern zählt die Schleiereule zu den ersten Kälteopfern, da sie kein Fettgewebe bilden kann und somit darauf angewiesen ist, stets nach frischer Nahrung Ausschau zu halten“, erklärt Torben Preuß vom NABU Samtgemeinde Nenndorf. Unter dem Schnee bewegen sich die Mäuse jedoch in Gängen und entziehen sich so dem Blick der Schleiereule. Dauert die geschlossenen Schneedecke allzu lange an, sind die Verluste der Schleiereulenbestände entsprechend hoch. „Zumeist können diese Verluste aber durch eine erstaunlich variable Fortpflanzungsstrategie innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen werden“, so Peters.
Der Bestand wird ganz entscheidend durch das Nahrungsangebot bestimmt: in Jahren mit vielen Mäusen werden mehr Junge groß, in schlechten Jahren fällt eine Brut auch einmal aus. Bei Nahrungsüberschuss wird das Futter unter den Nachkommen gerecht verteilt, teilweise füttern sich die Kleinen sogar untereinander. Tritt allerdings ein plötzlicher Nahrungsmangel ein, so sind meist nur die älteren und größten Jungvögel in der Lage, zu überleben. Leider gehen die Bestände dieser wunderschönen, geheimnisvollen Tiere immer mehr zurück. Moderne Bauweise, Zerstörung der Jagdgebiete, harte Winter und auch die Chemie in der Landschaft haben den Eulenbestand in manchen Gegenden stark schrumpfen lassen. Durch den Einsatz des NABU, vor allem durch den Bau und die Anbringung voluminöser Spezialnistkästen an geeigneten Stellen in Scheunen, Trafohäuschen oder Kirchtürmen, wird dem Verlust der Tiere entgegengewirkt.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteArtenschutz Saatkrähen
Eine intakte Natur für unser Wohl
NABU gegen Artenschwund und unnötigen Flächenverbrauch
Städtebauliche Planungen berücksichtigen nach Meinung des Naturschutzbundes (NABU) Bad Nenndorf zu selten die Belange des Naturschutzes.So auch bei der Planung des Baugebietes „Am Buchenhain“ an der B65 in der Nähe der Autobahnauffahrt. Hier existiert seit rund 15 Jahren eine große Saatkrähenkolonie und die dürfte durch die Planungen direkt betroffen sein. Saatkrähen sind besonders geschützt, in Deutschland vergleichsweise selten und nicht mit den allgegenwärtigen Rabenkrähen zu verwechseln. „Sollten die Planungen verwirklicht werden, könnte das der Kolonie schaden,“ so Torben Preuss, Vorsitzender des NABU Bad Nenndorf. „Gegebenenfalls. könnte die Kolonie von der B65 in Bereiche der Stadt umziehen, wo sie möglicherweise durch Lärm stört.“ Wir engen den Lebensraum der Vögel hier durch ungeschickte Planungen immer mehr ein. Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn es zu eigentlich vermeidbaren Konflikten kommt“, so auch Thomas Brandt, Geschäftsführer des NABU-Kreisverbandes.
In dem kleinen Buchenwäldchen direkt an der Abfahrt der A2 lebten die Saatkrähen bislang weit von Siedlungen und störten niemanden. „Das kann sich schnell ändern“, so der Diplombiologe Thomas Brandt“ denn wenn zu nah an die Kolonie heranbaut, erzwingt man möglicherweise einen Umzugsprozess, der die Kolonie durchaus an ungeeignete Stellen umziehen lässt und sich die Kolonie in der Stadt und eventuell im Kurpark ansiedelt. Deswegen fordert der NABU die Stadt auf, die Belange des Vogelschutzes entsprechend zu berücksichtigen, denn Saatkrähen sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht entfernt werden. „Hier ist Weitsicht der Planer gefragt, die aber wird gegenwärtig nicht adäquat umgesetzt“, so Torben Preuss.
Wenn Menschen die unberührte Natur zum Erholen und Genießen aufsuchen, anstatt sie zuzubauen, dann werden irgendwann die Roten Listen vielleicht auch wieder kürzer. Und unsere Umwelt wieder etwas lebenswerter und gesünder. In Deutschland sind heute schon die Hälfte der 668 natürlich vorkommenden Wirbeltierarten wie zum Beispiel der Feldhase gefährdet. “Viele Arten dienen als Indikatoren für eine intakte Umwelt. Wo keine Pflanze mehr wächst und kein Säugetier sich mehr wohl fühlt, kann auch der Mensch nicht gesund leben”, findet Preuß.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteDensinghäuser Quelle Zweites Winterquartier für Fledermäuse
Zweites Winterquartier für Fledermäuse
Mit fachmännischer Unterstützung aus Lehrte und Garbsen konnte der NABU der SG Nenndorf im Landschaftspark in Bad Nenndorf ein weiteres Winterquartier errichten. ″Die Bedingungen für ein Winterquartier für die bedrohten Säugertiere sind optimal″,sagt Torben Preuß vom NABU SG Nenndorf. ″Wir haben zwei feuchte, aber frostfreie Kammern, in denen sich die Tiere für ihren Winterschlaf aufhalten können.″Der Abendsegler überwintert vor allem in mächtigen Baumhöhlen oder tiefen Felsspalten. Andere Arten, wie zB. das Mausohr, ziehen sich bevorzugt in Höhlen und stillgelegte Bergwerksstollen zurück. Da Fledermäuse ausgesprochen konservativ in ihrem Verhalten sind und immer wieder das gleiche Quartier aufsuchen, ist der Erhalt dieser Quartiere ein Schwerpunkt der Arbeit im Fledermausschutz.
Dass die Ruhezeit ohne Störungen verläuft, ist für die Fledermäuse lebenswichtig. Da ihre Nahrungsgrundlage, nämlich Insekten, im Winter nicht verfügbar ist, müssen die Tiere diese Zeit mit ihren angefutterten Fettreserven überstehen. Während des Winterschlafs vollbringen sie physiologische Höchstleistungen: Der Stoffwechsel wird extrem gedrosselt, um Energie zu sparen. Aktive Mausohren haben normalerweise eine Körpertemperatur von etwa 40 °C, im tiefen Winterschlaf dagegen nur noch zwischen 0 °C und 10 °C. Der Herzschlag verlangsamt sich von etwa 1000 auf wenige Dutzend Schläge pro Minute. Atempausen von einer Stunde (!) sind keine Seltenheit - nur mit diesem Leben auf Sparflamme schaffen es die kleinen Insektenfresser, bis zu 7 Monate ohne Nahrung zu überstehen. Werden die Tiere beim Winterschlaf gestört, wachen sie auf und verbrauchen dabei kostbare Energie, die dann vielleicht am Ende fehlt. Aus diesem Grund werden Höhlen und Stollen möglichst vergittert.
Neben den klassischen Bergwerksquartieren ziehen sich einige Arten aber auch gerne in Burgengewölbe und Hauskeller zurück. Unter den Hauskellern werden alte Keller bevorzugt, die häufig ein ″besseres″ Klima aufweisen: kühl und feucht. Wichtig ist dabei ein Angebot an tiefen, engen Spalten in Decke oder Wand. Hier verschlafen heimlich Langohren und Fransenfledermäuse den Winter. Die Langohren und Zwergfledermäuse können aber auch in ihren Sommerquartieren an Gebäuden überwintern. Bei Sanierungen sollte man deshalb also auch in der kühlen Jahreszeit mit Bedacht vorgehen.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteDensinghäuser Quelle Bingo Umweltstiftung fördert Infotafel
Bingo Umweltstiftung fördert Infotafel
Die NABU-Gruppe der Samtgemeinde Nenndorf hat eine Informationstafel über die heimischen Fledermäuse am Winterquartier an der Densinghäuser Quelle aufgestellt.Achim Finsterle,Torben Preuß und Sohn Simon freuten sich nach vollendeter Arbeit über das gelungende Werk. Nun können sich Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor Ort über die bedrohten Säugetiere informieren. "Der Standort der Informationstafel könnte besser nicht sein, immerhin ist hier das erste offiziele Winterquartier für unsere Fledermäuse",so T.Preuß. "
Die fledermausfreundliche Zeit wurde im 20. Jahrhundert unterbrochen, als man begann, alte Stollen und Kellergewölbe als Gefahrenquellen zuzumauern, alte Bauwerke abzureißen oder zu "modernisieren" (also nach außen zu versiegeln) und Neubauten ohne Zugänge zu errichten, um den Wärmeverlust zu unterbinden.
Gleichzeitig fielen einer ebenfalls "modernisierten" Forstwirtschaft die ökologisch so wichtigen uralten Baumriesen zum Opfer. Heute bedarf es großer Anstrengungen, um insbesondere den wärmeliebenden Arten das Überwintern in unseren Breiten zu ermöglichen. "Wir hoffen mit der Infotafel weitere Menschen für diese liebenswerten Säuger zu begeistern."
Die Niedersächsiche Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt-und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glückspirale und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie.
Torben Preuß
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteAnträge Schutz der Kopfweiden
Schutz der Kopfweiden
Der NABU der Samtgemeinde Nenndorf hat an die Gemeinden Hohnhorst, Haste, Suthfeld und die Stadt Bad Nenndorf am 08.10.2011 folgenden Antrag, zum Schutz der Kopfweiden gestellt.Die Gemeindeverwaltung wird gebeten, für die Gemeinde ein Kopfweidenkataster zum Schutz der Kopfweiden vor Ort zu erstellen, um den Fortbestand der kulturhistorisch und ökologisch wertvollen Bäume langfristig zu sichern. Begründung:
Kopfweiden zählen zu den prägenden Elementen in unserer Kulturlandschaft. Durch ihr unverwechselbares Aussehen verleihen die Bäume der Landschaft eine charakterische Eigenart und Schönheit. Gleichzeitig erfüllen Kopfweiden wichtige ökologische Funktionen, zB. als Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier-und Pflanzenarten.
Als Relikte einer traditionellen Nutzungsform sind Kopfweiden kulturhistorisch von großem Wert. Durch sie wird die Geschichte ein Stück weit am Leben erhalten und für die Menschen erfahrbar. Neben den ästhetischen Reizen bieten die Bäume auch viele Möglichkeiten für Naturbeobachtungen und Naturerlebnisse.
Besonders die alten und knorrigen Weiden verlocken den Betrachter die natürlich entstandenen Höhlen und Spalten zu erkunden.
Des Weiteren bieten Kopfweiden zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen unersetzbaren Lebensraum. Dies umso mehr, da alte und natürlich absterbende Bäume in unserer Kulturlandschaft eher die Ausnahme als die Regel geworden sind.
Die Liste der dort vorkommenden Arten umfasst neben unzähligen Käfer- und Schmetterlingsarten auch Ameisen und Hautflügler, wie Wespen und Hornissen. Unter den Vögeln finden besonders Höhlen- und Halbhöhlenbrüter wie der Steinkauz oder die Hohltaube optimale Lebensbedingungen vor.
Aber auch Säugetiere wie der Siebenschläfer, Steinmader oder Iltis sind regelmäßig in Kopfweiden anzutreffen. Zudem werden die hohlen Stämme von Fledermäusen zur Aufzucht ihrer Jungen oder als Winterquartier genutzt.
Lebensräume erhalten und schützen, wertvolle Landschaften renaturieren – das sind die Bausteine für mehr Biodiversität. Denn nur auf strukturreichen Flächen, in denen intensive Land- und Forstwirtschaft keinen Platz haben und Zersiedelung und Versiegelung ferngehalten werden, finden viele Tier- und Pflanzenarten dauerhaft ihren Lebensraum.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteAnträge Erhalt der Randstreifen
Erhalt der Randstreifen
Der NABU der Samtgemeinde Nenndorf hat an die Gemeinden Hohnhorst, Haste, Suthfeld und die Stadt Bad Nenndorf am 08.10.2011 folgenden Antrag, zum Erhalt der Randstreifen gestellt. Die Gemeindeverwaltung wird gebeten, für die Gemeinde einen Randstreifenrahmenplan (Weg –und Feldränder) zu erstellen, mit dem Hintergrund der Förderung und Erhaltung der Artenvielfalt. Begründung:Die Nachrichten sind alarmierend: In Europa gelten bereits 43 Prozent aller Brutvogelarten in ihrem Bestand gefährdet und bei den Schmetterlingen sind es sogar 45 Prozent. Täglich gehen weltweit 160 Tier- und Pflanzenarten verloren, die Biodiversität ist in Gefahr.
Ein Blick auf die Roten Listen zeigt, dass große Anteile der heimischen Arten und Biotoptypen gefährdet sind. Die Spanne reicht von acht Prozent bei den Farn- und Blütenpflanzen bis hin zu 86 Prozent bei den Reptilien. Innerhalb Europas nimmt Deutschland eine Spitzenstellung hinsichtlich der Anteile gefährdeter Arten und Biotoptypen ein.
Verantwortlich für den Artenschwund ist der Mensch, der in die natürlichen Landschaften eingreift und dessen Handeln Folgen zum Beispiel auch für das Klima hat. Die intensive Forst- und Landwirtschaft gefährdet die Vielfalt von Lebensräumen: Feuchtgebiete und Moore werden entwässert, Grünland zu Ackerflächen umgebrochen, Hecken, Trockenrasen und Tümpel verschwinden. Die Versiegelung der Landschaft durch ein immer dichteres Verkehrswegenetz und die Errichtung neuer Gewerbe- und Siedlungsflächen zerstören viele schützenswerte Gebiete.
Um dem Artensterben Einhalt gebieten zu können, müssen noch viele weitere Flächen geschützt und renaturiert werden.
Mit der Erhaltung und Pflege von bunten Wegrändern, Uferstreifen, Hecken und auch Feldrainen wird ein wesentlicher Beitrag für das Landschaftsbild und zum Erhalt der Biodiversität geleistet.
In den Biotopen wimmelt und brummt es von Insekten. Sie sind Lebensraum für eine große Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten und haben daher einen besonderen Wert für die Natur.
Neben den Naturschutzzielen die der Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, der Verbesserung der Lebensräumen für wildlebende Pflanzen und Tiere, Erhalt und der Förderung von Vielfalt und Eigenart helfen, wird auch das Landschaftsbild erhalten und gefördert.
Ackerrandstreifen, Schonstreifen, Blühstreifen, Gewässerrandstreifen und Brachstreifen ist gemeinsam, dass sie, anders als z.B. Hecken und Gehölzstreifen, nicht auf Dauer angelegt sind. Der Boden bleibt Acker, er wird weiterhin mehr oder weniger regelmäßig bearbeitet. Dies ist vielen Landwirten sehr wichtig, da im Gegensatz dazu bei der Anlage von Hecken die Fläche dauerhaft aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen wird und u.U. Agrarförderansprüche verloren gehen können. Weiterhin hat der Landwirt für Ackerflächen Anspruch auf die Acker-Flächenprämie, die noch bis 2012 höher sein wird, als die Flächenprämie für Grünland.
Ackerstreifen können zugunsten des Naturschutzes
• mit einer Saatgutmischung aktiv begrünt werden, die nicht das Produktionsziel Lebensmittel oder Rohstoff/Energie besitzt (Blüh- und Brachstreifen)
• der Selbstbegrünung und somit der natürlichen Sukzession überlassen werden (selbstbegrünter Brachstreifen)
• oder es wird eine normale Feldfrucht angebaut, bei der aber im Bereich des Streifens extensiviert ist, also auf Düngung und Pflanzenschutz verzichtet wird (Schonstreifen, Ackerrandstreifen).
Wertvoll ist diese Extensivierung weiterhin, um an die Ackerfläche grenzende naturnahe Biotope wie Magerrasen, Wälder oder Feuchtbiotope durch eine Pufferung vor Nährstoff- und Pflanzenschutzeinträgen zu schützen. Gewässerrandstreifen
Mehrjährige Brachstreifen und Graseinsaaten entlang von Gewässern schützen dieses einerseits vor Stoffeinträgen (Düngemittel, Pflanzenschutz) und verhindern andererseits das Abspülen von Ackerboden ins Gewässer. Zusätzlich schaffen sie einen Lebens- und Wanderraum für wildlebende Tiere. (Niedersächsischen Gewässerschutzprogramm) Blühstreifen
Wird anstatt einer landwirtschaftlichen Nutzpflanze eine Mischung blühfreudiger Pflanzen auf einer Ackerfläche ausgesäht, entwickelt sich ein Blühstreifen (bei flächiger Anlage z.B. auf einer Stilllegung als Blühfläche bezeichnet. Hier erfolgt keine Anwendung von Dünge und Pflanzenschutzmitteln und keine Beerntung statt. Blühstreifen stellen zusätzlich zum Extensivierungs- und Puffereffekt ein umfangreiches Blütenangebot für die Insekten der Feldflur zur Verfügung. Sie dienen als Nahrungs-, Lebens- und Vermehrungsraum für Tiere und können trotz der Einsaat auch einigen wildlebenden Pflanzen einen Lebensraum zur Verfügung stellen. Nicht zu unterschätzen sind die Bereichung des Landschaftsbilds und der positive Imagegewinn der Landwirtschaft durch diese optisch attraktiven Streifen.
Blühende Feldstreifen erfreuen Erholungssuchende und Bevölkerung gleichermaßen. Schonstreifen
Schonstreifen stellen Streifen dar, in deren Bereich die Ackerfrucht nicht gedüngt und nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wird. Schonstreifen eignen sich dadurch zusätzlich zum Extensivierungs und Puffereffekt dazu, den speziellen Artenschutz der bedrohten Ackerbegleitflora umzusetzen. In der Regel handelt es sich dabei um Pflanzenarten, die die ackerbauliche Tätigkeit benötigen und sich entwickeln zu können. Aufgrund des in der Vergangenheit immer effektiver gewordenen Herbizideinsatzes sind viele dieser Pflanzen vom Aussterben bedroht. Schutzwürdige Ackerbegleitflora findet sich in den meisten Fällen auf ertragsschwachen Standorten. Pflegetermine sollten festgeschrieben werden
In der Zeit von Oktober bis Februar eines jeden Jahres bieten sich optimale Termine für Pflegearbeiten im Einklang mit den Vorgaben des Naturschutzrechts an, wo solche Arbeiten erforderlich sind. Wenn auf einen früheren Pflegetermin nicht verzichtet werden kann, sollte unter Beachtung des Naturschutzgesetzes eine Bearbeitung erst ab 15. Juli erfolgen. Hierbei ist der Balkenmäher dem Schlegelmäher vorzuziehen. Beim Einsatz des Schlegelmähers sollte zur Schonung der Kleinlebewesen möglichst ohne Stützwalze gearbeitet werden. Die Bearbeitungshöhe sollte nicht unter 10 cm liegen.
In ausgewiesenen Schutzgebieten oder bei Vorkommen besonders geschützter Pflanzen- und Tierarten können hinsichtlich der zulässigen Maßnahmen weitergehende Bestimmungen gelten, Auskunft erteilt hier in Zweifelsfällen die zuständige Untere Naturschutzbehörde.
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteAnträge Winterquartier für Fledermäuse
Winterquartier für Fledermäuse
Bad Nenndorf, den 11.10.2011 Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Olk,Sehr geehrter Herr Stadtdirektor Reese, bei der Besichtigung der Densinghäuser Quelle im Landschaftspark, konnte festgestellt werden, dass die Bedingungen, welche ein Winterquartier für Fledermäuse aufweisen sollte, hervorragend sind.
Herr Bernd Rose und Frau Dagmar Strube teilten meinen Eindruck, dass sich die Anlage als Winterquartier für die heimischen Fledermäuse, Siebenschläfer und Lurche, sowie verschiedene Insektenarten (Köcherfliegenartige, Tagpfauenauge pp.) und Spinnen sehr gut eignet.
Es wäre wünschenswert, die Anlage nun als Fledermaus- Winterquartier auszubauen. Wir würden eine Einflugmöglichkeit für Fledermäuse im oberen Bereich der Tür anbringen, welche ca. 10x20 cm groß sein wird. Des weiteren würden im Inneren der Anlage ca. 20 „Niststeine“ angebracht, in denen sich die Fledermaus hängen kann und Ihren Winterschlaf vollziehen kann. Eine Einschränkung der Wasserqualität durch die Anwesenheit von Fledermäusen besteht nicht. Der Organismus befindet sich bei Winterschlafenden Fledermäusen in einem Zustand äußerster Stoffwechselarmut. Einzig in natürlichen Wachphasen innerhalb der Winterschlafperiode kommt es zur körperlichen Aufwärmung; zB. bei Quartierwechsel, Hangplatzveränderung. Des weiteren befand sich während der Besichtigung kein Wasser in den beiden Räumen. Fazit: Diverse Fledermaus- Experten des NABU geben der Densinghäuser Quelle sehr gute Voraussetzungen für ein Winterquartier. Des weiteren hätten die Stadt und der NABU eine hervorragende Kooperation für ein nachhaltiges Artenschutzprojekt für die vom Aussterben bedrohten Säugetiere mit sehr geringen finanziellen Mittel erreicht und geschaffen. Daher wäre es wünschenswert, ein neues und dauerhaftes Winterquartier zu schaffen und zu sichern. Mit freundlichen Grüßen Torben Preuß (1.Vorsitzender)
NABU Samtgemeinde Nenndorf ProjekteAnträge Erlengrund ausbaggern
Erlengrund ausbaggern
Bad Nenndorf, den 12.08.2011 Sehr geehrter Herr Stadtdirektor Reese, bei einer Ortsbegehung am Erlengrund haben wir festgestellt, dass das Gewässer am Pumphäuschen verlandet ist. Um die Funktion des Gewässers als Lebensraum für gewässergebundene Tiere und Pflanzen wieder herstellen zu können, sind hier Baggerarbeiten erforderlich. Deswegen bitten wir die Verwaltung der Stadt Bad Nenndorf, uns eine entsprechende Erlaubnis zu erteilen.Neben der Gestaltung des Gewässers zu einem Lebensraum für Amphibien, kann das Gewässer auch der Umwelterziehung dienen, denn binnen kurzer Zeit werden wieder Wasserläufer und andere Kleintiere zu beobachten sein. Wenig später gesellen sich Kleinkrebse, Gelbrandkäfer und etliche andere Insekten dazu. So finden einige der heimischen Libellenarten, wie z.B. der Große Blaupfeil, einen neuen Lebensraum. Aber auch für Amphibien ist der Naturteich interessant. Mitunter werden solche neu geschaffenen Biotope als Ersatzlaichplätze genutzt. Von der Kaulquappe bis zum ausgewachsenen Frosch lässt sich im Verlauf eines Jahr alles beobachten. Da werden nicht nur Kinder zu Entdeckern.
Es lohnt sich, die natürliche Sukzession zu beobachten und damit die zunehmende Artenvielfalt zu erleben und zu fördern. Der NABU Samtgemeinde Nenndorf würde am Biotop nach Beendigung der Baumaßnahmen Schautafeln aufstellen, um den Lebensraum und Bewohner „vorzustellen“. Die Planung und Durchführung würde durch den NABU und Herrn Dipl.-Biologen, Dipl.-Ing.Thomas Brandt begleitet. Die Kosten würde die Ortsgruppe des NABU Bad Nenndorf übernehmen, der Stadt würden keine Kosten entstehen. Eine wasserrechtliche Genehmigung bzw. Baugenehmigung ist aus unserer Sicht nicht erforderlich, weil es sich um eine Regenerierung eines vorhandenen Gewässers handelt. Der Aushub würde randseitig eingearbeitet und einer natürlichen Begrünung überlassen. Für Rückfragen, auch für eine Ortsbegehung, stehe ich gern zur Verfügung, Mit freundlichen Grüßen Torben Preuß (1.Vorsitzender)



